Nach elf Monaten seit der Entscheidung zur Teilnahme in der Driverless war es so weit: Formula Student Germany stand vor der Tür. In der Zeit bis dahin war es uns gelungen, ein zweites Projekt im AMZ einzugliedern und mit diesem «flüela» das autonome Fahren beizubringen. Unabhängig des Ausgangs am grossen Wettkampf waren wir stolz auf unsere Errungenschaften innerhalb der kurzen Zeit und es war uns eine Freude diese auf der grossen Plattform zu präsentieren.
Durch die Erstausführung des Wettkampfs in dem Format, war es entsprechend schwer einzuschätzen, wie wir unseren Entwicklungsstand einstufen sollten. Entsprechend hart arbeiteten wir das ganze Jahr hindurch.
Der Plan scheint aufgegangen zu sein: In jeder der acht Disziplinen gelang uns ein Podiumsplatz. Fünf davon gewannen wir. Schlussendlich durften wir den Gesamtsieg der Kategorie Driverless bejubeln.

Letzte Vorbereitungen

Die letzten Wochen vor dem Saisonhöhepunkt vergingen wie im Flug. Die Implementation und Inbetriebnahme fortgeschrittener Fahrmodi, welche die Informationen über die Strecke aus der ersten Runde verwenden, bereitete grosse Freude. Erstmals wurde «flüela» an seine Grenzen und zu quietschenden Reifen gebracht. Das Team sprudelte vor weiteren Ideen, um das autonome Fahren noch leistungsfähiger machen zu können. Der Grossteil davon wurde jedoch zurückgestellt. Es galt sich bestmöglich auf den grossen Event am Hockenheimring vorzubereiten. Während ein Fahrer einen Wechsel der Umgebung relativ locker verarbeitet, waren wir uns dessen beim autonomen System weniger sicher. Was passiert, wenn das GPS-Signal verloren geht? Filtern der LiDAR und die Bilderkennungsalgorithmen die Strassenkegel zuverlässig aus allen möglichen Umgebungen heraus? Der Schwerpunkt wurde auf die Robustheit gelegt. Mit Testtagen bei BMW in Maisach, in Boxberg bei Bosch und ETAS und gemeinsam mit municHMotorsport und Starkstrom Augsburg in Wemding, haben wir unser System ebenfalls in diversen neuen Umgebungen getestet. Vorbereitungen abgeschlossen. Kann nichts mehr schiefgehen, richtig?

Wetterpech

Bis zum Eventstart haben wir gerade einen Testtag im Regen verbracht. Dass dieser von Problemen gefüllt war, bedeutet rotes Licht. Flexibilität ist gefragt. Der gesamte Donnerstag ist laut Prognose durchgehend von mittelstarkem Niederschlag überschattet. Die klare Strategie lautet also schnellstmöglich auf die Strecke zu gehen und Daten für die Analyse zu sammeln. So starten wir um 13:10 Uhr als erstes Team mit der ersten autonomen Disziplin, dem Beschleunigungsrennen. Entsprechend gross ist das Interesse der anwesenden Formula Student Community. Die vierköpfige Delegation des Teams, welche «flüela» auf den Lauf vorbereitet, lässt sich davon jedoch nicht beirren. Routiniert schieben sie das Fahrzeug an die Startposition, starten die Algorithmen auf, positionieren den Sicherheitsmann mit dem mobilen Notausknopf hinter dem Fahrzeug und starten den Lauf. «flüela» springt los, kommt schnell auf die aus Sicherheitsgründen abgeriegelte Maximalgeschwindigkeit, lenkt zur Seite und fährt dabei in eine Reihe Strassenkegel um. Der Notausknopf wird sofort gedrückt. Fehlversuch.

Autonome Zukunft

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns auf diesem Weg unterstützt haben. Wir nahmen das Projekt als wundervolle, grosse Herausforderung wahr und wir sind stolz auf unsere Ergebnisse. Alle initial gesetzten Ziele wurden erreicht. Eines dieser Ziele ist das Fortbestehen des Projekts. Insofern freut es uns zu verkünden, dass wir auch nächstes Jahr mit einem Team am Start stehen. Erneut werden wir unser Bestes geben, um den autonomen Rennsport voranzutreiben. Wir würden uns freuen, wenn wir weiterhin auf Ihre Unterstützung zählen dürfen!

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